Schwerpunktthema nicht-energetische Rohstoffe in NMP

Die Rohstoffproblematik hat sich in den letzten Jahren verstärkt und ist daher zunehmend in den Fokus der EU-Kommission gerückt. Durch die steigende Rohstoffnachfrage aus sich entwickelnden Schwellenländern kommt es zu einem dauerhaften Nachfrageüberhang, der wiederum zu einem Preisanstieg führt. Außerdem führen Exportquoten auf dem Weltmarkt zu einer künstlichen Verknappung von Rohstoffen. Hinzu kommt die rasante Entwicklung der Schlüsseltechnologien, für die Hochtechnologiemetalle benötigt werden. Diese Materialien werden zwar für die meisten High-Tech Produkte nur in sehr geringen Mengen benötigt, sind aber trotzdem essentiell im Hinblick auf die steigende Anzahl von Funktionalitäten.

Als Reaktion auf diese Entwicklungen wurde im November 2008 die Raw Materials Inititiave (RMI) der Europäischen Union verkündet. Das finale Dokument ist auf der Seite der Generaldirektion Enterprise & Industry der EU-Kommission oder auf nebenstehendem Link zu finden. Zielsetzungen sind der sichere Zugang zu Lagerstätten, das Vorantreiben von Recycling und Substitution und die Steigerung der Ressourceneffizienz. Der Zugang zu Rohstoffen in Drittländern soll durch eine aktive Rohstoffdiplomatie gesichert werden, zugleich soll die nachhaltige Versorgung mit Rohstoffen aus europäischen Quellen gefördert werden. Zur Implementierung der RMI hat die Generaldirektion Enterprise & Industry der europäischen Kommission im Juni 2010 eine Studie zur Definition kritischer Rohstoffe herausgebracht („Critical raw materials for the EU: Report of the Ad-hoc Working Group on defining critical raw materials“). Hier wurden 41 Rohstoffe untersucht und 14 davon als kritisch eingestuft (Antimon, Beryllium, Kobalt, Fluorid, Gallium, Germanium, Graphit, Indium, Magnesium, Niob, Platingruppenmetalle, Seltene Erdelemente, Tantal, Wolfram). Die Bewertung der Rohstoffe erfolgte nach der ökonomischen Bedeutung und dem Versorgungsrisiko.

Bereits im 5. Aufruf des 7. EU-Forschungsrahmenprogramms waren verschiedene Rohstoffthemen im NMP-Bereich ausgeschrieben. Eines dieser Ausschreibungsthemen zielt auf die verbesserte Koordinierung von Forschungsförderaktivitäten der EU-Mitgliedsstaaten im Themenfeld Rohstoffe in Form eines ERA-NETs. Dieses ERA-NET mit dem Namen „ERA-MIN“ wird im November diesen Jahres mit deutscher Beteiligung (Projektträger Jülich –GB: NMT, BMBF) starten. Der thematische Fokus liegt auf dem industriellen Handling von Rohstoffen für die europäische Industrie. Erste transnationale Ausschreibungen werden voraussichtlich Anfang 2013 veröffentlicht. 

NMP-Ausschreibungsrunde 2012
Durch die RMI ist die Rohstoffproblematik verstärkt in den Fokus der EU Kommission gelangt. Daher ist im 6. Aufruf das Themenfeld „Raw Materials“ mit vier Ausschreibungsthemen hinzugekommen. Zu den prozess- und verfahrenstechnischen Aspekten der Ausschreibungen NMP.2012.4.1-1 und NMP.2012.4.1-2 berät die NKS Produktion.

  • NMP.2012.4.1-1 New environmentally friendly approaches in minerals processing - LARGE 
  • NMP.2012.4.1-2 Innovatione recycling technologies of key metals in high-tech applications - SME
  • NMP.2012.4.1-3 Development of advanced magnetic materials without, or with reduced use of, critical raw materials - SMALL
  • NMP.2012.4.1-4 Substitution of critical raw materials: networking, specifying R&D needs and priorities - CSA

 

In allen Förderthemen geht es darum die unterstützen der in der RMI formulierten EU-politischen Ziele. Die Auswahl der eingereichten Projektvorschläge erfolgt mittels eines 2-stufigen Verfahrens (Stufe 1: 10-seitige Projektskizzee - im Erfolgsfall - Stufe 2: Vollantrag). Die Frist zur Einreichung der 1. Stufe zu dieser Ausschreibung endet am 08.11.2011 (ohne Gewähr).